Bundeslager 2017 vom 22.07. bis zum 05.08.

Wir schreiben Samstag, den 22.07.2017. Es ist 21 Uhr und die Sonne neigt sich langsam ihrem Zenit, als sich die sieben mutigen Pfadfinder vom Stamm Nordlicht in ein aufregendes Bundeslagerabenteuer stürzen. Mit von der Partie sind Sascha, Zeitwienix, Leif, Jumper, Newtron und Absolem. Der Start ihrer Reise ist der Hauptbahnhof der Weltmetropole Castrop-Rauxel, von welchem es per S-Bahn zum Dortmunder Hauptbahnhof geht. Dort gibt es erstmal eine Pause von einer Stunde, um sich die Beine zu vertreten und frische Luft zu schnappen, bevor es dann für sage und schreibe neun Stunden in den stickigen und beengten Flixbus nach Berlin geht. Nach dieser immensen Quälerei, vor allem für den Laternenpfahl Jumper, hat man nun drei Stunden Zeit um wieder etwas frische Luft zu schnappen, die Umgebung zu erkunden und etwas zum Frühstücken aufzutreiben. Dann pünktlich um neun Uhr geht es für unsere mutigen Recken weiter nach Wesenberg. Wieder mit dem Flixbus, also wieder drei Stunden Quälerei. Angekommen in Wesenberg begannen wir unsere Vortour. Diese ging drei Tage und endete auf dem Lagerplatz in Großzerlang. Wir wanderten durch wunderschöne Landschaften, welche wir aber aufgrund von einer immensen Mückenplage nicht genießen konnte. Außerdem war dazu auch keine Zeit, denn wenn unsere Dampflok Zeitwienix einmal ihr Wunschtempo erreicht hatte, gab es für ihn keine Bremsen. Zurück zu Wesenberg. Völlig ausgelaugt stieg der Wandertrupp des Stammes Nordlicht aus dem Flixbus und machte sich auf gen Bundeslager. Das Wetter war zuerst wundervoll, jedoch ließen die ersten Schauer nicht lange auf sich warten. Abends suchten wir Unterschlupf bei einem Campingplatz, um unsere nassen Klamotten zu trocknen und um uns von dem mehr als anstrengenden Tempo der Dampflok zu erholen. Man wird ja auch nicht jünger. Am nächsten Morgen wurden wir von den wärmenden Strahlen der Sonne geweckt und nichts konnte uns mehr in unseren Schlafsäcken halten und wir wanderten direkt nach dem Frühstück wieder los. Unterwegs trafen wir verschiedenste Pfadfindertruppen, welche auch auf dem Weg zum Bundeslager waren. Die wenigsten hatten jedoch dieselbe Route wie wir. Und so wanderten wir melancholisch und berührt von der Schönheit der Natur weiter zu unserem nächsten Übernachtungsort, einem Kanucampingplatz. Pünktlich beim Einschlagen des ersten Herings fing es dann auch wieder an zu regnen, sodass wir zügig unser Zelt aufbauten und dann auch direkt da drin verschwanden, um zu schlafen. Am letzten Wandertag regnete es von morgens bis abends durch. Wir hatten zum Glück nur eine kleine Strecke abzulaufen, denn wir wollten mit dem Bus in einen Vorort von Kleinzerlang fahren und dort nach einer Unterkunft für die Nacht suchen. Die fanden wir in einem Haus von der freiwilligen Feuerwehr, tausend Dank nochmal dafür. Dort gesellten sich bald auch andere Fahrtengruppen, die vom Regen überrascht worden waren dazu und man tauschte die Erlebnisse der letzten Fahrtentage untereinander aus. Nach einer ereignislosen Nacht ging es dann endlich zum Bundeslager, um dort für die nächsten Tage unser Lager aufzuschlagen. Wir hatten uns in unserem Eifer neues zu entdecken im Unterlager des Landesverbands Hessen eingeschrieben. Noch wussten wir nicht was dies für ein Fehler gewesen sein sollte. Wir freuten uns nur darauf unseren Partnerstamm die Nebelkrähen zu treffen, mit welchen wir das Lager zusammen verbringen würden. Angekommen auf dem Lagerplatz ging es zuerst durch das Unterlager von NRW und dann schnurstracks zum Unterlager Hessen, wo wir unsere zwei Kothen aufbauen wollten. Jedoch war durch den ständigen Regen der Boden so aufgeweicht, dass man dachte, man würde sein Zelt in einer Treibsandgrube aufbauen. Am Ende des Tages wurde uns dann auch schließlich klar, warum Hessen ein Fehler war. Im Gegensatz zu dem glorreichen Unterlager von NRW ging es in Hessen überall drunter und drüber. Nicht nur schien dieser Landesverband organisatorisch nicht allzu viel auf dem Kasten zu haben, der Lagerplatz war auch schier zu klein für die angemeldeten Stämme in diesem Unterlager. Während man sich in NRW also wie in der Münchener Maximilianstraße fühlte, fühlte man sich in Hessen viel eher wie in einer Kanalisationsstraße der Favelas in Brasilien. Jedoch beschlossen wir für den Rest des Lagers diesen Fakt zu ignorieren und das Beste aus dieser Zeit zu machen. Also ließen wir unsere Seele baumeln, verbrachten die Tage damit zu schlafen, zu Essen, Wikingerschach zu spielen oder in den verschiedenen Café‘s der Unterlager Limonade zu schlürfen und neue Bekanntschaften zu schließen. Im Gegensatz zu den älteren (Quak, Sascha und Zeitwienix), nahmen die jüngeren Teilnehmer rege am Programm der Unterlager teil. Sie schwammen im See, rasten einen Berg in einer Seifenrutsche herunter und grillten Pizza. Als es dann wieder nach Hause ging, fiel einem der Abschied trotz der anfänglichen Schwierigkeiten schwer. Denn auf dem Bundeslager konnte man einfach mal allen schulischen oder beruflichen Stress vergessen und sich einfach nur erholen und eine schöne Zeit haben.
Quak

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